Betriebsfest: Beschwipst den Fuß gebrochen = Arbeitsunfall

Stürzt eine Arbeitnehmerin während eines Betriebsfestes alkoholisiert auf dem Weg zur Toilette, handelt es sich um einen Arbeitsunfall.
(mehr …)

Eine Industriekauffrau aus Hagen nahm an einem Workshop ihres Arbeitgebers zur Verbesserung der Zusammenarbeit der Abteilungen teil. Während eines Grillabends mit offenem Ende und freiem Essen und Trinken knickte die Mitarbeiterin auf dem Weg zur Toilette alkoholisiert gegen Mitternacht um und zog sich einen Bruch des linken Sprunggelenks zu. Die zuständige Berufsgenossenschaft Holz und Metall BGHM in Dortmund lehnte die Anerkennung eines Arbeitsunfalles ab, weil sich die Mitarbeiterin zum Unfallzeitpunkt nicht bei einer versicherten Tätigkeit befunden habe.

Das Sozialgericht Dortmund sah dies im nachfolgenden Klageverfahren anders. Nach Vernehmung mehrerer Zeugen stellten die Sozialrichter fest, dass das Umknicken der Klägerin mit Bruch des linken Sprunggelenks ein Arbeitsunfall gewesen sei. Die Klägerin habe sich zum Unfallzeitpunkt auf einem versicherten Weg zur Toilette im Rahmen einer Betriebsgemeinschaftsveranstaltung befunden. Der Grillabend sei von den Vorgesetzten der Klägerin nicht beendet worden, auch wenn zum Unfallzeitpunkt keine Anwesenheitspflicht mehr gegolten habe. Die Alkoholisierung der Klägerin habe dem Ziel der Veranstaltung nicht entgegengestanden, denn sie sei noch zu einer angemessenen Teilnahme an dem geselligen Beisammensein in der Lage gewesen.

SG Dortmund, Urteil vom 01.02.2018 – Az.: S 18 U 211/15

SG Dortmund, Urteil vom 01.02.2018 – Az.: S 18 U 211/15

-->

Bislang keine Kommentare.

Hinterlasse einen Kommentar