Duschen oder nicht duschen? – Eine versicherungsrechtlich brisante Frage!

Beim Duschen nach der Arbeit ist der Arbeitnehmer in der Regel nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert (Leitsatz des Bearbeiters) (mehr …)

Es bleibt zu hoffen, dass das Urteil des Bundessozialgerichts vom 4. Juni 2002 keine Auswirkungen auf die hygienischen Verhältnisse auf Deutschlands Baustellen hat. In dem entschiedenen Fall hatte ein Bauarbeiter nach getaner Arbeit auf der von seiner Wohnung weit entfernten Baustelle in dem für ihn gebuchten Hotel ausgiebig geduscht. Dabei rutschte er aus und brach sich einen Arm. Die von ihm daraufhin begehrte Entschädigung aus der gesetzlichen Unfallversicherung blieb ihm aber versagt. Das BSG urteilte, dass Duschen nicht der Arbeit zuzurechnen ist, selbst wenn der vom Körper zu trennende Schmutz von der Arbeitsstelle stammt. Etwas anderes könne nur dann gelten, wenn der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist, Duschmöglichkeiten am Arbeitsplatz bereit zu stellen (z.B. beim Bergbau). Pech nur für den Arbeiter, dass an dem Abend seiner unglücklichen Duschaktion keine offizielle Veranstaltung seines Arbeitsgebers anstand. Denn auch in einem solchen Fall hatte das BSG bereits eine Ausnahme zu dem Grundsatz, dass Duschen Privatsache ist, gemacht, da dann das Duschen aufgrund eines nachfolgenden, dienstlichen Ereignisses stattfindet.

Bundessozialgericht, Urteil vom 4. Juni 2002 – Az: B 2 U 21/01 R

(erschienen in Berliner Anwaltsblatt Heft 7+8/2002)

(erschienen in Berliner Anwaltsblatt Heft 7+8/2002)

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