Nötigung mit Katzenstreu

Die Andeutung gegenüber einer Katzenbesitzerin, ihre verstorbene, eingeäscherte Katze als Streumittel zu verwenden, stellte eine Nötigung dar. (Leitsatz des Bearbeiters) (mehr …)

Wieder einmal etwas Kurioses für die Urteilsrubrik. Leider war der Sachverhalt, der dem Wuppertaler Landgericht vorlag, für die Besitzerin der Katze „Moris“ weniger unterhaltsam. Das besagte Tier war verstorben und das Frauchen hatte den Angeklagten, ein Tierbestattungsunternehmer, beauftragt, ihre Katze einzuäschern. Dies geschah auch. Die daraufhin der ehemaligen Besitzerin übersandte Rechnung i.H.v. 390,-DM zahlte diese aber nicht. Sie hatte zwischenzeitlich einen Bericht über die Firma gelesen, der in ihr Zweifel über die Loyalität des Bestattungsunternehmers aufkommen ließ. Sicherheitshalber unterließ sie es, die Rechnung zu begleichen. Darauf hin verfasste der Unternehmer, dass für ihn so folgenschwere Mahnschreiben:

„Sollte der Geldeingang bis zum 18.08.2000 nicht geschehen sein, (…) teilen wir Ihnen mit, dass wir auf die Berechnung verzichten und die Asche von „Moris“ beim ersten Frost im kommenden Winter zum Streuen bei Glatteis verwenden werden.“

In einem solchen Verhalten sahen die Wuppertaler Richter den Tatbestand der Nötigung erfüllt. Jedoch verurteilte das Gericht den Angeklagten nur wegen Versuchs, da die Drohung des Bestattungsunternehmers erfolglos blieb. Die Frau hatte die Rechnung nur bezahlt, damit sie den Angeklagten später wegen Nötigung anzeigen könne. Die Nötigung war somit nicht ursächlich für die Zahlung.

Landgericht Wuppertal – Az: 42/01 IX

(erschienen in Berliner Anwaltsblatt Heft 4/2002)

(erschienen in Berliner Anwaltsblatt Heft 4/2002)

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1 Kommentar

  1. „Die Asche von „Moris“ beim ersten Frost im kommenden Winter zum Streuen bei Glatteis verwenden werden.“ Unglaublich! Das klingt einfach absurd und zum Teil lustig.

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